Zwischen zwei Welten - Ein Wochenende getrennt
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Zwischen zwei Welten - Ein Wochenende getrennt

Die Autorin verbringt ein Wochenende getrennt von ihrem Mann Michael, der mit Freund Heinz nach Dänemark fährt, um ihr neues Zuhause einzurichten. Während sie in Deutschland die alte Scheune entrümpelt, fühlt sie sich emotional zwischen zwei Welten hin- und hergerissen.

Zwischen zwei Welten - Ein Wochenende getrennt 12. November 2023

Ich sitze hier im alten zu Hause auf dem Sofa und warte darauf, dass Michael zurückkommt. Er war dieses Wochenende zusammen mit Heinz im neuen zu Hause. Ich habe die Zeit genutzt und habe die Scheune entrümpelt. Naja, zumindest hab ich damit angefangen. Aber ich bin tatsächlich auch sehr weit gekommen. Ich hatte einige Leute da, die verschiedene Sachen gekauft haben oder Dinge auch geschenkt genommen haben, und die sind jetzt weg. Es wird leer und das ist gut so.

Michael hat heute alles, was er für die Musik braucht, also seine ganzen Instrumente und auch das, was er für die Arbeit als Musiker mitnehmen wollte, mit Heinz nach Dänemark gebracht. Sie haben alle Regale aufgebaut und alles schon bestückt. Das war eine Riesenarbeit und es war gut, dass ich nicht dabei war. Ich wäre nur im Weg gestanden. Das war ein richtiges Männerding und ich hatte hier auch genügend zu tun. Es war auch gut für den Hund und die Katzen, dass es halbwegs normal ablief und ich einfach mal ein bisschen mehr Zeit hatte.

Wobei ich sagen muss, dass ich auch ein paar Stunden bei Karin gewesen bin und mir das auch gut getan hat. Denn wenn wir nicht mehr hier wohnen, dann werden solche Sachen auch nicht mehr möglich sein. Frauenabende. In Dänemark habe ich noch keine Freunde.

Es fühlt sich seltsam an, wenn das Haus hier langsam leerer wird und gleichzeitig unser dänisches Zuhause Stück für Stück gefüllt wird. Ein Teil von mir ist immer dort, auch wenn ich physisch hier bin. Ich stelle mir vor, wie Michael und Heinz die Regale aufbauen, wie die Musikecke Gestalt annimmt, wie das Licht durch die Fenster fällt und den Raum erfüllt.

Ebbi scheint zu spüren, dass sich etwas verändert. Er liegt neben mir auf dem Sofa, den Kopf auf meinen Schoß gelegt, und schaut mit seinen treuen Augen zu mir hoch. Die Katzen haben heute den ganzen Tag draußen verbracht – vielleicht genießen sie die vertraute Umgebung, solange sie noch können.

Der Gedanke, dass bald keine spontanen Besuche bei Karin mehr möglich sein werden, macht mich ein wenig wehmütig. Diese vertrauten Rituale, das Lachen in der Küche, das Glas Wein am Abend – all das wird mir fehlen. Aber ich weiß auch, dass neue Freundschaften warten. Es braucht Zeit, aber es wird passieren.

Wenn ich die Augen schließe, höre ich das Meer, das nicht weit von unserem dänischen Haus entfernt ist. Ich spüre die frische Brise und rieche die salzige Luft. Dieses Gefühl der Freiheit, der Neuanfang – das ist es, wofür wir das alles tun.

Die Scheune ist jetzt schon viel leerer, und mit jedem Teil, das geht, wird der Abschied greifbarer. Aber es fühlt sich richtig an. Wie ein Schmetterling, der seine Hülle verlässt, um endlich fliegen zu können.

In ein paar Stunden wird Michael zurück sein. Mit neuen Geschichten, mit Fortschritten, mit einem weiteren Schritt in Richtung unseres gemeinsamen Traums. Und während ich auf ihn warte, packe ich in Gedanken schon die nächste Kiste.

Wie ein Schmetterling, der seine Hülle verlässt, um endlich fliegen zu können.

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Christine Rentschler Skagen Tourguide · Autorin · Abenteurerin

Ich schreibe von meinem neuen Leben am nördlichsten Zipfel Dänemarks.