Zwischen Abschied und Neubeginn 26. November 2024
Wir sind ein paar Tage in Deutschland gewesen – und dann sehr schnell wieder zurück. Zuhause, bei Mieze.
Sie hat es überlebt. Aber es geht ihr nicht gut. Tina hat sich liebevoll und verlässlich um sie gekümmert, dafür bin ich ihr unendlich dankbar. Jetzt bekommt Mieze täglich ihre Spritzen von mir, ich bin regelmäßig mit dem Tierarzt in Kontakt, sie wird gewogen, es werden Bluttests gemacht.
Die Ergebnisse sind nicht gut. Und doch – sie ist da, sie lebt, sie schaut mich an mit einem Blick, der so viel sagt. Ich liebe diese Katze. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, sie gehen zu lassen oder ob ich hoffen darf. Der Tierarzt sagt: Es gibt Hoffnung. Ich versuche, mich daran festzuhalten.
Es ist besonders schwer, weil unser Hund im Sommer gestorben ist. Diese Situation jetzt – sie geht mir unter die Haut. Ich brauche diese Katze gerade so sehr.
In Deutschland haben wir zum Glück vieles regeln können. Der Raum ist ausgeräumt, das Kapitel Elternhaus von Michael ist nun endgültig abgeschlossen. Wir tragen nichts mehr von dort mit uns herum. Es ist vorbei. Und das ist gut so.
Mein Geburtstag war ruhig. Kein großes Feiern. Ich hatte Schule – und ein Mittagessen mit Michael. Danach habe ich einen kleinen Kuchen gekauft und ihn mit meinen Klassenkameraden geteilt. Auch unser neuer Lehrer war dabei – Bojan. Ein sympathischer Mensch.
Was mich enttäuscht hat: Niemand konnte oder wollte ein Geburtstagslied auf Dänisch singen. Das hat mir gefehlt. In Deutschland haben wir das in der ersten Unterrichtsstunde gelernt – damals in der Volkshochschule. Aber gut, ich bin nicht in die Schule gegangen, um gefeiert zu werden. Ich bin hingegangen, um zu lernen. Weil es mir wichtig ist, wirklich dänisch sprechen zu können. Und das bleibt mein Ziel.