Ein Dreieckstuch, eine Tasse Tee und ganz viel Hygge 28.02.2026
Es gibt Momente, in denen man spürt, dass etwas Wunderbares beginnt. Heute war so ein Moment.
Wer mich kennt, weiß, dass ich schon lange fasziniert zuschaue, wie Freundinnen und Kolleginnen wunderschöne Schals, Überwürfe und Pullover entstehen lassen – aus nichts als Garn, Nadeln und einer Menge Liebe. In Deutschland, wo ich aufgewachsen bin, gab es in meiner Kindheit noch zwei Wollgeschäfte in der Stadt, beide Teil großer Ketten. Sie hielten sich bis Mitte der Achtzigerjahre, dann verschwanden sie nach und nach. Manchmal eröffnete eine ambitionierte Frau, die dem Stricken und Häkeln leidenschaftlich zugetan war, einen kleinen eigenen Laden.
Diese Geschäfte hatten oft ihren ganz eigenen Charme, hielten sich eine Weile und verschwanden dann ebenfalls wieder. Heute fällt mir gar nicht mehr ein, wann ich dort zuletzt ein Woll- oder Handarbeitsgeschäft gesehen habe.
Hier in Dänemark ist das eine völlig andere Welt.
Die Frauen stricken und häkeln, es gibt Gemeinschaften und Clubs, in denen man gemeinsam seinem Hobby frönt, und überall findet man Handarbeitsgeschäfte mit wirklich hochwertigen Garnen. Das Schöne daran: Selbst im Supermarkt kann man Wolle in tatsächlich sehr guter Qualität kaufen. Es ist eine Handarbeitskultur, die ich wirklich bewundere.
Ich war schon das ein oder andere Mal mit Freundinnen in einem dieser wunderbaren Läden gewesen und hatte mich jedesmal mit Mühe zurückgehalten. Aber heute war es so weit. Heute hat es mich gepackt.
Heute war ich zum ersten Mal bei Pernille.
Ihr Laden liegt in einem alten NATO-Gebäude bei Sæby, und schon das allein ist eine kleine Sensation. Die Räume sind tatsächlich noch atomsicher, und bevor ich auch nur eine einzige Wollsträhne in die Hände nehmen durfte, bekam ich eine faszinierende Rundführung durch dieses außergewöhnliche Gebäude. Geschichte zum Anfassen.
Eigentlich war ich nur wegen der Minkwolle gekommen. Garn für ein großes Dreieckstuch, das war der Plan. Aber Pernille verkauft eben nicht nur Wolle. In ihrem Laden findet man auch Bernstein, Schmuck, wunderschöne Keramik und richtig tolle Kleidung. Hätte ich mal nicht so genau hingeschaut…
Nun habe ich also auch ein wunderbares, langes Flanellhemd, das ich im Frühjahr ebenso gut als leichten Mantel tragen kann. Fantastisch in Schnitt und Qualität. Ich bin restlos begeistert.
Und natürlich habe ich mir auch ein paar Stränge der herrlichen Minkwolle mitgenommen. Einen Knäuel habe ich bereits vom Strang aufgewickelt, und gleich werde ich mich mit einer Tasse guten Tees an den Kamin setzen und den ersten Reihen stricken.
Die Teetasse übrigens ist ein Geschenk meiner lieben Freundin und Kollegin Danni. Sie stammt aus der Werkstatt einer wirklich begnadeten Töpferin, ist wunderschön und filigran, und ich liebe es, daraus zu trinken.
Mit den Keramikwerkstätten ist es hier übrigens genauso wie mit den Wollgeschäften: Sie sind überall. Man muss nur wissen, wo. Und vor allem wo die besten sind.
Ich glaube, ich fange gerade an, das herauszufinden.