Der Alltag hat mich wieder 14. August 2024
Es ist wieder so weit – der Alltag hat mich voll und ganz im Griff. Nach all den intensiven Wochen mit Besuch, Reise, Abschied und Organisation kehrt jetzt wieder Struktur ein. Und ehrlich gesagt: Das ist gerade auch gut so. Denn in diesem Jahr haben wir beschlossen, erstmal keinen weiteren Besuch zu empfangen. Es ist einfach zu viel.
Die Schule hat begonnen, und mein erster Modultest steht an. Ich merke, wie die Spannung in mir wächst. Daniela war ja schon vor den Ferien dran – sie ist vier Wochen früher in die Schule gestartet und hat ihren Test bereits hinter sich. Ich bin mir sicher, dass sie bestanden hat. Und eigentlich habe ich auch keine Angst, es nicht zu schaffen. Aber da ist diese innere Unruhe, so eine zarte Nervosität, die mich gerade ständig begleitet. Ich werde einfach froh sein, wenn ich es geschafft habe.
Zu lernen ist genug – und die Müdigkeit sitzt mir tief in den Knochen. Ich funktioniere, mache weiter, halte mich an meinen Plan. Aber innerlich spüre ich dieses Ziehen nach Ruhe, nach einem Moment der Stille, in dem ich einfach mal wieder durchatmen kann.
Ich erinnere mich an das, was meine Cousine damals erzählt hat: Als sie von Rheinland-Pfalz nach Schleswig gezogen ist – über 800 Kilometer weit –, hat es ein ganzes Jahr gedauert, bis sie sich wirklich angekommen fühlte. Bis sie das Gefühl hatte, wieder bei sich selbst zu sein, den Stress der Veränderung loslassen zu können.
Und wir? Wir haben noch einen Schritt weiter gemacht – wir sind nicht nur umgezogen, wir sind ausgewandert. In ein neues Land, mit einer neuen Sprache, neuen Regeln, neuem Leben. Das fordert. Jeden Tag. Und es hinterlässt Spuren.
Deshalb spüre ich in diesen Tagen mehr denn je: Ich muss mir die Erlaubnis geben, es ein bisschen ruhiger anzugehen. Nicht immer stark, nicht immer perfekt. Sondern einfach echt – mit allem, was dazugehört. Müdigkeit, Überforderung, aber auch Stolz und kleine, stille Schritte nach vorn.