Dänisch lernen: Respekt, Realität und die Sache mit der Sprachschule Im Netz lese ich immer wieder denselben Satz von Leuten, die nach Dänemark auswandern wollen oder schon hier sind: "Ach, Dänisch lernen ist gar nicht so wichtig. Die verstehen doch eh alle Deutsch oder Englisch!" Ganz ehrlich? Das ist nicht nur bodenloser Unsinn, sondern schlichtweg eine Frechheit. Wer so an die Sache herangeht, zeigt eine Respektlosigkeit gegenüber dem Gastland, die mich sprachlos macht.
Ja, viele Dänen haben Deutsch in der Schule gelernt. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie Lust haben, mit uns dauerhaft Deutsch zu sprechen. Wer hier leben will, muss sich gefälligst Mühe geben, die Sprache zu erlernen und sie im Alltag auch zu nutzen. Punkt.
Die Sprachschule: Fakten statt Vorurteile Ein super Angebot sind die offiziellen Sprachschulen der Kommunen. Momentan läuft das meist so: Man zahlt eine Kaution von 2.000 Kronen ein. Besteht man den Modultest und will danach pausieren, bekommt man das Geld zurück. Wer den Test nicht besteht oder einfach abbricht, sieht sein Geld nicht wieder.
Ein faires System, das zur Motivation beiträgt! Dabei gibt es verschiedene Schienen, meist Danskuddannelse 2 oder 3:
- DU 2: Ist "nice to have", aber so richtig viel anfangen kann man damit beruflich oft nicht.
- DU 3: Wer langfristig die dänische Staatsbürgerschaft anstrebt, kommt an der 3er-Prüfung nicht vorbei. Sie ist der Goldstandard.
- Warum Apps und Selbststudium oft scheitern
- Ich höre oft von Leuten, die die Prüfung "einfach so" ohne Schule geschafft haben wollen. Bei der DU 2 mag das mit viel Sprachtalent klappen, wenn man schon länger hier lebt. Aber die DU 3? Vergesst es. Die ist sehr speziell und erfordert Wissen über Satzstellung, Nuancen und Aussprache, das man sich alleine kaum beibringen kann.
- Apps sind eine nette Spielerei für Vokabeln, aber sie ersetzen kein echtes Gegenüber. Du brauchst die Resonanz, das Gefühl für die Melodie der Sprache und die direkte Korrektur.
- Mehr als nur Grammatik: Gemeinschaft
- Früher in der Schule mochten wir auch nicht jeden in der Klasse - hingegangen sind wir trotzdem. In der Sprachschule ist es aber oft viel schöner: Es entstehen echte Gemeinschaften.
- Ich bin damals selbst mit gemischten Gefühlen zum ersten Mal hin, weil ich so viel Negatives gehört hatte. Aber was soll ich sagen? Ich bin heilfroh, dass ich es getan habe! Ich habe dort meine liebe Freundin Danni kennengelernt. Wir haben das Ding gemeinsam gerockt und - jetzt kommt der entscheidende Punkt - wir haben danach gemeinsam eine Ausbildung gemacht.
- Mein Weg zum Tour Guide: Ohne Dänisch undenkbar
- Heute arbeite ich als Tour Guide hier oben in Skagen und kenne quasi jeden Stein. Aber dieses Wissen ist mir nicht zugeflogen. Ich habe meine Ausbildung zum Guide komplett auf Dänisch absolviert.
- Hätte ich die Sprache nicht in der Sprachschule von Grund auf gelernt, hätte ich die Ausbildung niemals geschafft. Ich hätte die tiefgründigen Geschichten, die mir dort vermittelt wurden, gar nicht verstanden. Und genau deshalb kann ich diese Geschichten heute meinen deutschen Gästen so lebendig erzählen: Weil ich sie im dänischen Original gelernt habe. Die Sprachschule war das Fundament für meinen heutigen Erfolg.
- Mein Fazit
- Lasst euch nicht ins Bockshorn jagen von den Nörglern im Internet. Nehmt das Angebot an, das euch hier geboten wird. Es ist eine gute Sache, von der jeder profitiert, menschlich, beruflich und für das eigene Ankommen in der dänischen Gesellschaft. Schaut es euch selbst an, lasst es auf euch wirken und bildet euch erst dann eine Meinung.
- Vi ses i sprogskolen!