Ein fast vergessenes Rezept aus dem alten Skagen
Letztens habe ich bei meiner Arbeit im Kystmuseum in Skagen etwas entdeckt, das mich sofort neugierig gemacht hat.
Zwischen den vielen Geschichten über die Familie Brøndum und die Skagen-Maler lag ein altes Rezept mit dem Titel „Brøndums Søsterkage“, der Schwesternkuchen der Familie Brøndum.
Natürlich wollte ich wissen, was sich dahinter verbirgt.
Erstaunlicherweise findet man über diesen Kuchen heute fast nichts mehr. Anders als viele bekannte dänische Backrezepte scheint der „Brøndums Søsterkage“ kein traditioneller Kuchen zu sein, den man überall kennt. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass es sich um ein originales Familienrezept der Brøndums handelt.
Die Familie Brøndum machte ihr Hotel weit über Skagen hinaus bekannt. Dort trafen sich die berühmten Skagen-Maler, Schriftsteller und Musiker. Viele von ihnen bezahlten ihre Aufenthalte sogar mit Gemälden, die heute im Skagens Museum zu sehen sind. Das Hotel wurde so zu einem der wichtigsten Treffpunkte der dänischen Kunstgeschichte. (brondumshotel.com)
Besonders spannend finde ich den Namen des Kuchens. Wahrscheinlich bezieht sich der Begriff „Søsterkage“ auf die Brøndum-Schwestern Marie und Hulda, die gemeinsam mit ihrem Bruder Degn über viele Jahre das Hotel führten und den Alltag dort entscheidend prägten. Einen eindeutigen schriftlichen Beleg dafür gibt es zwar nicht, doch historisch würde diese Erklärung sehr gut passen. (brondumshotel.com)
Auch heute beruft sich das Brøndums Hotel noch auf seine historische Küche und serviert Gerichte, die auf den alten Familienrezepten beruhen. Umso schöner ist es, dass dieses Rezept erhalten geblieben ist.
Ich finde solche kleinen Entdeckungen fast noch spannender als große Sehenswürdigkeiten. Sie erzählen vom Alltag der Menschen, die Skagen geprägt haben und manchmal genügt dafür schon ein altes Rezept.
Das Originalrezept findet ihr in einem Foto.n Ich habe das Foto übersetzt und etwas angepasst ... Und dann für lecker empfunden. Allerdings werde ich die Rosinen das nachte Mal in Rum einlegen!
Vielleicht backt es ja jemand einmal nach.
Moderne Version zum Nachbacken
Zutaten
* 700 g Weizenmehl (Type 550 oder 405) * 25 g frische Hefe * 350 ml Milch * 150 g weiche Butter * 100 g Zucker * 2 Eier * 1 TL Salz * 1 TL gemahlener Kardamom * 125 g Rosinen
Zubereitung
1. Vorteig
* Milch auf etwa 35–37 °C erwärmen. * Hefe darin vollständig auflösen.
2. Teig
Butter, Zucker und Eier verrühren.
Milch-Hefe-Mischung zugeben.
Salz und Kardamom einrühren.
Mehl portionsweise zufügen.
Zum Schluss die Rosinen unterkneten.
Den Teig 10–15 Minuten kräftig kneten.
Er soll weich und elastisch sein, darf aber kaum noch kleben.
Vielleicht nach Bedarf etwas Mehl zugeben...
3. Gehzeit
Den Teig zugedeckt
1 bis 1½ Stunden
gehen lassen.
4. Form
Eine große runde Form (ca. 28–30 cm) oder einen gusseisernen Topf gut einfetten. Ich habe den Topf genommen
Den Teig hineingeben.
Noch einmal 20 Minuten gehen lassen
5. Backen
180 °C Ober-/Unterhitze
etwa 50 – 65 Minuten backen.
Falls er oben zu dunkel wird:
nach etwa 35 Minuten mit Backpapier abdecken.
6. Fertig
Etwa 10 Minuten in der Form ruhen lassen.
Dann auf ein Gitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.
Mit Butter betreichen bevor er ganz ausgekühlt ist.