Der schwerste Abschied - Lebewohl, liebe Ebbi 2. Juni 2024
Wir konnten Daniel, Mona und die Kinder nicht oft sehen, obwohl sie hier zu Besuch waren. Es war einfach nicht möglich - wir hatten überhaupt keine Zeit. Von einer Sekunde auf die andere hatte sich alles verändert, und plötzlich war alles anders.
## Wenn sich alles wendete
Von einem Moment zum anderen ging es Ebbi richtig schlecht. Wir brachten sie sofort zum Tierarzt, der zunächst immer noch dachte, dass es sich um ein hormonelles Problem handeln müsse. Aber er dachte bereits weiter und wollte verschiedene Tests durchführen. Ebbi blieb sechs Stunden in der Praxis, und als wir sie abholten, bat man uns, am nächsten Morgen noch einmal vorbeizukommen. Man wollte weitere Tests mit ihr machen.
Auch das machten wir natürlich.
## Die niederschmetternde Diagnose
Dann kam die ernüchternde Mitteilung, die unser Leben auf den Kopf stellte. Ebbi hat ein Problem mit den Nieren - angeboren, ohne dass wir es gemerkt hatten. Eine Niere funktioniert überhaupt nicht mehr, und es gibt auch keine Möglichkeit mehr, sie wieder zum Funktionieren zu bringen. Die andere Niere arbeitet fast nicht mehr.
Man sollte eigentlich direkt eine Entscheidung treffen. Das konnte ich nicht. Michael war auch nicht dabei, und sie ist ja eigentlich sein Hund.
## Die letzten gemeinsamen Stunden
Ich bekam Medikamente mit nach Hause - Schmerzmittel und andere Präparate, die gegen die Symptome helfen, aber nicht gegen die Krankheit selbst, denn dafür gibt es nichts. Der Tierarzt erklärte mir, dass diese Medikamente Zeit schinden können. Gleichzeitig gab er mir seine Telefonnummer und sagte: "Du kannst mich übers Wochenende erreichen, für den Fall, dass du mich brauchst." Ich dachte, dass ich das nicht brauchen würde. Beziehungsweise war ich davon überzeugt.
Am Freitagmittag gingen wir mit ihr im Wald spazieren. Dort war es schattiger, und es gefiel ihr sehr gut. Sie war ganz lieb und lief sogar tapfer mit uns.
Am Abend waren wir dann mit ihr am Meer. Dort wollte sie nicht mehr laufen. Sie ging zu der Stelle, an der sie damals mit Maya geruht hatte, als wir zum ersten Mal hier waren. Sie schaute sich alles an, ließ ihren Blick noch einmal über das Meer schweifen, und dann wollte sie nach Hause.
## Sie wusste es selbst
Abends verweigerte sie ihre Tabletten. Sie wollte nicht mehr - das merkte man deutlich.
Als ich am nächsten Morgen mit ihr raus ging, wollte sie auch da nicht mehr laufen. Sie drehte eine komplette Runde ums Haus, schaute mich an, und ich wusste, was sie mir sagen wollte.
## Ein friedlicher Abschied
Dann rief ich den Tierarzt an, und wir machten einen schönen Platz im Garten auf dem Rasen. Es war sehr friedlich. Wir waren alle versammelt - auch die Katzen waren dabei, etwas aus der Entfernung, aber wir waren irgendwie alle da.
Obwohl es friedlich war, war es trotzdem schrecklich.
Seit gestern haben wir keine Ebbi mehr. Es bricht mir das Herz.
Sie war mehr als nur ein Hund - sie war Familie, Begleiterin, Freundin. Die Stille, die sie hinterlässt, ist kaum zu ertragen. Aber ich bin dankbar für all die Jahre, die wir mit ihr haben durften, und dass sie am Ende friedlich gehen konnte, umgeben von denen, die sie liebten.