Abschied von Mieze 16. Dezember 2024
Am Freitag, den 13. Dezember, ist Mieze gestorben.
Ich war mit ihr beim Tierarzt, und in dem Moment wusste ich: Es geht nicht mehr. Es war keine Hoffnung mehr da. Er hat es mir ruhig, aber klar gesagt – und ich habe es selbst gespürt. Sie hätte sich nicht mehr erholt. Es wäre nur noch eine Qual für sie gewesen.
Ich hatte sie auf dem Arm, als sie die letzte Spritze bekam. Wir haben sie gemeinsam gehen lassen.
Es war schrecklich. Und es tut mir immer noch weh.
Sie war so viel mehr als nur ein Tier. Sie war Trost, Nähe, Seele. In diesen letzten Wochen hat sie mir gezeigt, wie stark sie war – und wie sehr sie uns gebraucht hat. Und wir sie.
Der Schmerz sitzt tief, und auch wenn ich weiß, dass es richtig war, fühlt es sich einfach nur leer an. Aber ich bin dankbar für die Zeit mit ihr. Unendlich dankbar.
Heute war wieder ein Modultest in der Schule. Und ehrlich gesagt – ich habe mich unglaublich schwer getan. Mieze ist erst ein paar Tage tot, und mein Kopf war einfach nicht frei. Ich habe versucht, mich zu konzentrieren, mich durchzukämpfen, aber es ging kaum.
Ich glaube nicht, dass ich den Test bestanden habe. Vielleicht war der Grammatikteil noch in Ordnung – da bin ich mir sogar relativ sicher. Aber beim Aufsatz war ich völlig blockiert. Die Gedanken haben sich nicht geordnet, die Worte sind nicht geflossen. Da war einfach nur Leere.
Seit gestern habe ich außerdem starke Zahnschmerzen. Und ich merke jetzt erst, wie sehr mich das alles belastet hat. Die letzten Wochen habe ich funktioniert, durchgehalten, stark getan – für Mieze, für alles andere. Aber jetzt ist sie weg. Und mit ihrem Tod fällt alles von mir ab.
Ich kann den Schmerz nicht mehr wegsperren. Nicht den seelischen, nicht den körperlichen. Ich fühle mich, als würde ich gerade an allen Ecken versagen. In der Schule, im Alltag, in mir selbst.
Es ist einfach zu viel. Ich könnte nur noch weinen.