Zweifel und Schönheit - Mein neues Leben in Dänemark
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Zweifel und Schönheit - Mein neues Leben in Dänemark

Ein ehrlicher Bericht über die ersten Monate als Auswanderin in Dänemark: Zwischen Schönheit der neuen Heimat und dem Heimweh nach Deutschland, zwischen Karriereplänen und alltäglichen Hürden im Gesundheitssystem.

Zweifel und Schönheit - Mein neues Leben in Dänemark 10. März 2024

Es ist so unglaublich viel, was hier jeden Tag zu machen ist. Arztbesuche wegen der Vorsorge nehmen viel Zeit in Anspruch, während ich für meinen Ellenbogen nach wie vor keinen Termin bekomme. Auf die Post mit den Ergebnissen meines MRTs warte ich noch immer vergeblich. Die Gesundheitsversorgung hier funktioniert einfach anders als ich es gewohnt bin, und das braucht Geduld.

Letzte Woche war ich bei einer Jobbörse, aber das entsprach überhaupt nicht meinen Vorstellungen. Ich möchte keinen Hilfsarbeiter-Job annehmen - das ist nicht mein Ziel. Was ich wirklich will, ist zunächst richtig Dänisch lernen, in Wort und Schrift, um dann einen anständigen Job zu finden. Eigentlich hatte ich mir schon im letzten November um meinen Geburtstag herum überlegt, dass ich gerne Tour Guide werden möchte. Das ist mein Ziel, und dafür werde ich in die Schule gehen. Eine klare Perspektive zu haben hilft mir, durch diese anfänglichen Schwierigkeiten zu kommen.

Es ist nach wie vor bitter kalt hier. Der Frühling will sich einfach nicht einstellen, und das macht die Eingewöhnung nicht leichter. Am meisten fehlt mir aber mein Umfeld aus Deutschland. Es fehlt mir, einfach mal über die Straße zu gehen und mit Anke ein Glas Wein zu trinken.

Es fehlt mir so vieles, das Normale und das, was ich gewohnt bin. Mir fehlt meine Sprache. Wir haben zwar deutsches Fernsehen, und das ist tröstlich, aber die echte Kommunikation, die fehlt einfach. Ich telefoniere zwar recht häufig mit Andrea, aber es ist etwas anderes zu telefonieren, als jemandem gegenüberzustehen und in die Augen zu schauen.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist es wunderschön hier, daran besteht gar kein Zweifel. Ich habe noch nie so schön gewohnt wie hier. Die Umgebung ist atemberaubend. So nah am Meer zu sein, ist ein wahres Geschenk. Die Spaziergänge mit Ebbi am Meer sind unglaublich schön und manchmal der Höhepunkt meines Tages.

Ich fühle mich in diesem Haus zu Hause. Es ist gemütlich und warm, und ich habe es schon mit meiner Persönlichkeit gefüllt. Aber ich merke auch, dass ich im weiteren Sinne noch nicht angekommen bin - nicht in diesem Ort und nicht in diesem Leben. Manchmal frage ich mich: War es wirklich alles richtig, was wir da gemacht haben? Diese Frage schwebt in der Luft, während ich zwischen Momenten der Freude und der Sehnsucht pendle.

Ich weiß, dass ein Umzug in ein anderes Land Zeit braucht. Man kann nicht erwarten, dass man sich sofort heimisch fühlt. Es ist ein Prozess, und ich bin mittendrin. Vielleicht ist es normal, diese Zweifel zu haben. Vielleicht gehören sie zum Ankommen dazu. Und vielleicht wird der Frühling nicht nur das Land, sondern auch mein Gemüt erwärmen.

Ich fühle mich in diesem Haus zu Hause, aber ich merke auch, dass ich im weiteren Sinne noch nicht angekommen bin.

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Christine Rentschler Skagen Tourguide · Autorin · Abenteurerin

Ich schreibe von meinem neuen Leben am nördlichsten Zipfel Dänemarks.